Spuren des Schwanenservice von Schloss Brody (Pförten) im MDR FERNSEHEN am 12.05.2010, 21:15 Uhr

Fotos: Dreharbeiten des Filmteams auf Schloss Brody (Pförten) während des 2. Parkseminars am 27.03.2010.

Originaltext des Artikels unter www.mdr.de/sachsenspiegel-extra/7231900.html

Die Spur des Schwanenservice
Peter Escher auf der Suche nach einer Legende
MDR FERNSEHEN – 12.05.2010 – 21:15 Uhr

Es ist der Inbegriff spätbarocker Porzellankunst aus dem Traditionshaus Meissen: Das Schwanenservice. Kreiert hat es zwischen 1737 und 1742 der Modelleur Johann Joachim Kaendler für den Grafen Brühl. Von den einst 2.200 Teilen sind heute weit verstreut über den Erdball nur noch rund 300 erhalten. MDR-Moderator Peter Escher will ihnen auf die Spur kommen.

MDR-Moderator Peter Escher macht sich auf die Suche nach dem berühmtesten, wertvollsten und umfangreichsten Porzellangeschirr der Welt – dem Schwanenservice. Für die Porzellanmanufaktur in Meißen, die in diesem Jahr ihren 300. Geburtstag feiert, ist das Schwanenservice eines der absoluten Glanzstücke der Kollektion. Im August des vergangenen Jahres speiste die dänische Königin Margarete II. bei ihrem Besuch in Dresden von diesen edlen Tellern. Allerdings kam selbst bei diesem festlichen Diner nur eine wertvolle Nachbildung von jenem einmaligen Porzellan auf den Tisch, das vor 250 Jahren Graf Heinrich von Brühl – der wichtigste Minister am sächsischen Königshof und auch Chef der Meißner Manufaktur – in Auftrag gab.
Schwanenservice

Verschollen nach dem Zweiten Weltkrieg

Aufbewahrt wurde das Service 200 Jahre lang auf Schloss Pförten, dem Stammsitz der Familie von Brühl. Anfang 1945 flohen Brühls Erben vor der näher rückenden Roten Armee. Das Schwanenservice mussten sie zurücklassen – es wurde im Keller eingemauert, weiß das heutige Oberhaupt der Familie, Friedrich Leopold von Brühl. Das glaube sie nicht, entgegnet seine 1928 geborene Tante Bertha von Brühl. Was wirklich passierte, kann niemand genau sagen. Wurde das Gros des Schwanenservice Opfer einer Sprengung, wurden Schießübungen damit veranstaltet? Die einen sagen, die Polen haben es getan; andere behaupten, die Russen waren es. Ehemalige Einwohner von Pförten, das heute Brody heißt und in Polen liegt, erinnern sich daran, dass die Polen aus herumliegenden Scherben einen Adler formten.

Jedes Stück ist ein Vermögen wert

Sicher ist nur, dass von Brühls über 2.000-teiligem Schwanenservice 200 bis 300 Teile übrig blieben. Der Wert jedes Einzelteils auf dem Kunstmarkt wird mit über 100.000 Euro beziffert, behauptet der international geschätzte Porzellan-Experte Sebastian Kuhn vom Londoner Auktionshaus Bonhams. Welche Wege solche Stücke von Pförten aus bis zu heutigen Auktionen nahmen, das kann auch er nicht beantworten. Vermutungen gibt es viele.

Peter Escher auf Spurensuche

Peter Escher folgt der Spur des Schwanenservice, der Odyssee der wenigen Teile, die das Kriegsende überstanden haben, setzt die Scherben der zerstörten Legende wieder zusammen. Bei seiner abenteuerlichen Reise in die Geschichte und in die Gegenwart des berühmtesten Geschirrs der Welt stehen ihm viele fachkundige Experten zur Seite – in der Meißner Manufaktur und in der Dresdner Porzellansammlung, die Nachfahren Heinrich von Brühls und die Kenner des internationalen Kunstmarktes.

Originaltext des Artikels unter www.mdr.de/sachsenspiegel-extra/7231900.html

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