LR: Brühl-Porträt sorgt für Rätsel

Lausitzer Rundschau, Ausgabe Forst vom 2. April 2014

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Ein Bild sorgt für Überraschung und Freude in Forst. Doch es gibt auch Anlass zu Spekulationen. Das Porträt könnte den Grafen Heinrich von Brühl zeigen. Das ist derzeit aber noch nicht hundertprozentig geklärt. Auch der Maler des Bildes ist noch nicht bekannt. Viel deutet darauf hin, dass es zu Lebzeiten des Grafen entstand.

Von Jan Selmons

Brühl-Porträt sorgt für Rätsel

Dirigent der Dresdner Staatskapelle schenkt Forst ein Pastell-Gemälde Forst. Derzeit hängt er noch ein wenig versteckt am Rande der derzeitigen Fundusausstellung des Brandenburgischen Textilmuseums – Heinrich von Brühl. Das glauben zumindest die meisten, die das Bild bisher in Augenschein genommen haben. Doch Museumsleiterin Michaela Zuber bremst voreilige Schlussfolgerungen aus. „Wir sind uns über die Identität noch nicht zweifelsfrei im Klaren“, sagt sie. So viel steht bisher fest: Bei dem Werk handelt es sich um eine Schenkung des Chefdirigenten der Dresdner Staatskapelle. Laut Christian Thielemann war das Bild von einer Familie bei der Ausreise nach Amerika mitgenommen worden. Von dort sei es Jahre später nach Dresden zurückgekehrt und schließlich bei Thielemann gelandet. Der Dirigent gilt als Kunstsammler. Allerdings habe das Bild nicht in seine Sammlung gepasst, so Zuber. Schließlich sei Christian Thielemann im Zusammenhang mit dem 250. Todestag des Grafen und der Würdigung durch die Stadt Forst auf die Rosenstadt aufmerksam geworden. Deshalb wollte er das Porträt der Stadt überlassen. „Das Bild ist eine Schenkung“, sagt die Museumsleiterin, der die Freude über das Bild anzusehen ist. Doch nun heißt es erst einmal, sich mit dem Stück auseinanderzusetzen. „Der Rahmen ist offensichtlich aus der Zeit des Grafen von Brühl“, ist sich Zuber sicher. Deutlich ist zu erkennen, wie das Porträt im Nachhinein in den Rahmen eingepasst wurde. „Wir haben tatsächlich die Vermutung, dass das Bild zu Lebzeiten des Grafen gemalt worden ist“, sagt die Museumsleiterin. Das Bild ist ein Pastell-Gemälde. Diese Technik hatte ihre Blüte in Zeiten des Barock. Bekannt ist, dass sie gerade bei der Porträtmalerei genutzt wurde. Denn so erhält das Bild häufig eine besondere Leuchtkraft. Bei der Pastellmalerei wird Kreide benutzt. Was die Suche nach Antworten erschwert, ist die fehlende Signatur auf dem Werk. Zuber: „Es wird schwer, irgendwann Sicherheit zu erhalten. Das wird uns noch eine Weile beschäftigen.“ Eine Chance sei auch, Deutungen für die auf dem Bild dargestellten Gegenstände zu finden. Mehrere Leute sind nach der Vorstellung des Werkes schon mit der Recherche zum Bild beschäftigt.

www.lr-online.de

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