Pförten und Graf von Brühl in „HERRSCHAFTSZEITEN! Adel in der Niederlausitz“

Eine Premiere in Cottbus/Branitz und der Lausitz! Erstmals präsentiert eine Ausstellung im Schloss Branitz die „wahren Herrscher“ der Region. Vom ausgehenden Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert lag die Niederlausitz als Grenzland fernab vom jeweiligen Landesherrn. Das Markgraftum gehörte zunächst zum Königreich Böhmen, dann zum Kurfürstentum Sachsen und schließlich zu Brandenburg. Die Schwäche der Landesherrschaft eröffnete dem Adel viel Spielraum zur freien Entfaltung. Er herrschte fast unbeschränkt auf seinen Gütern.

2014_Herrschaftszeiten
pdf-Flyer zur Ausstellung

Bereits in böhmischer Zeit entstanden die HERRSCHAFTEN der Niederlausitz, große Adelsbesitzungen mit einem zentralen Ort und mehreren Dörfer und Vorwerken, die heute teilweise in Polen liegen – Lübbenau, Sonnewalde, Lieberose, Drehna, Straupitz, Forst, Pförten (Brody) oder Sorau (Żary). Wie „kleine Fürsten“ regierten die Standesherren ihre Untertanen. Mehr als die Hälfte der Niederlausitz gehörte zu einer adligen Standesherrschaft.

Politik-, Kultur- und Selbstverständnis der „kleinen Fürsten“ stehen vom 8. Mai bis 31. Oktober 2014 im Mittelpunkt einer Ausstellung im Schloss Branitz. Die Präsentation bietet anhand von Gemälden und Graphik, Mobiliar und Kunsthandwerk aus 6 Jahrhunderten sowie ausgewählten Kunstzeugnissen aus Schlössern und Kirchen der Niederlausitz einen Blick auf diese wenig bekannte Geschichte der Niederlausitz zwischen Böhmen, Sachsen und Brandenburg-Preußen.

Die Kuratorin Dr. Simone Neuhäuser hat nach monatelangen Recherchen über 100 Exponate zusammengetragen, die auf 470 qm Ausstellungsfläche präsentiert werden. Dazu gehört zum Beispiel das unter den Brüdern Johann III. und Ulrich II. von Bieberstein entstandene Landregister der Herrschaft Sorau von 1381. Es ist eine für die Niederlausitz einzigartige Quelle und das älteste Exponat der Ausstellung. Auf den Pergamentseiten des Buches wurde mit schwarzer und roter Tinte festgehalten, welchen Umfang die Herrschaft hat, welche Dörfer dazugehören, wer in den Dörfern lebt und wie viel Steuern er zu zahlen hat. Ein Steuerregister des Mittelalters! Der erste habsburgische Markgraf der Niederlausitz, König Ferdinand I., bestätigte am 26. Mai 1538 den Niederlausitzer Standesherrn, seinen adligen Vasallen, wichtige Verfügungsrechte über ihre Güter. Sein „Privilegium Ferdinandeum“ (die Urkunde wird in Branitz zu sehen sein) bildete seitdem das Kernstück der niederlausitzischen Lehnverfassung. Ein Bildnis Kaiser Ferdinand I. (1503-1564) aus dem Nationalmuseum Breslau zeugt noch heute davon.

Die Besucher lernen nicht nur die Herrschaften kennen, sondern auch ihre Inhaber, Persönlichkeiten, die auf unterschiedliche Weise den Herausforderungen ihrer Zeit begegneten: als geschickte Verwalter ihrer Familiengüter, im Dienst an den Höfen in Wien, Dresden oder Berlin, als Politiker oder kunstverständige Mäzene. Deutlich werden die besonderen Rechtsverhältnisse und Traditionen in der zwischen Sachsen und Preußen geteilten Niederlausitz. Manche Adelsfamilie prägte über Jahrhunderte Geschicke und Entwicklung ihrer Herrschaft, neben Brühls und Pücklers waren darunter so bekannte Geschlechter wie die Grafen zu Solms, von der Schulenburg, zu Lynar, die gräflichen Familien von Promnitz und von Houwald oder die Edlen Herren von Bieberstein.

HERRSCHAFTSZEITEN! Adel in der Niederlausitz.

Schloss Branitz
Robinienweg 5, D-03042 Cottbus
www.pueckler-museum.de
Zeitraum: 09. Mai – 31.Oktober 2014
Öffnungszeiten: täglich 10.00 – 18.00 Uhr
Eintritt: 5,50 Euro, ermäßigt 4 Euro

Quelle: Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz

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