von Promnitz am 14.11.2015 in Forst (L.)

20151110_Promnitz Zary - Foto Peter Eisermann

14. November 2015, 16 Uhr
Forster Hof, Cottbuser Str. 24, 03149 Forst (Lausitz)

Lausitzer Rundschau vom 10.11.2015
Artikel von Steffi Ludwig

Promnitz-Premiere in Forst
Franns-Wilfrid von Promnitz über seinen Besuch Samstag in der Heimat seiner Adelsfamilie

Franns-Wilfrid von Promnitz ist Spross einer der ältesten sächsischen Adelsfamilien, die im 16. bis 18. Jahrhundert unter anderem die Herrschaften Sorau und Pförten besaßen. Am Samstag, 14. November, stellt der Musiker in Forst zum ersten Mal sein brandneues Buch „Die Kinder des Herman von Promnitz“ vor. Die RUNDSCHAU sprach mit ihm darüber.

Herr von Promnitz, Sie waren und sind mit Ihrer Musik viel in der Weltgeschichte unterwegs, haben beispielsweise auf den bedeutendsten Orgeln Europas gespielt – was bedeutet Ihnen da der Besuch in der Kleinstadt Forst, der Sie ja wegen Ihrer Familiengeschichte herlockt?
Ich finde es sehr interessant, in die Heimat der Familie zu gehen – egal ob Kleinstadt oder Dorf. Forst gehörte ja mal mit zur Herrschaft, da die Herren von Forst und Pförten nun mal Promnitze waren. Wobei sie direkt in Forst nie geherrscht haben, weil das Gebiet dann dem sächsisch-wettinischen Bereich zugesprochen wurde. Ich finde es gut, mal am linken Rand anzufangen – das Gebiet, das die Promnitze bewohnt haben, ist ja riesengroß.

Wie oft waren Sie denn schon in der Forster Region?
Noch nicht so oft. Klar war ich schon in Sorau und Pförten und voriges Jahr auch zum Orgel- und Kammermusikfestival in Forst. Am 24. November lese ich noch im Schloss Promnitz in Hoyerswerda. Jetzt in Forst ist es die erste Lesung zur Familiengeschichte, eine Premiere sozusagen.

Beschäftigen Sie sich viel mit Ihrer Familiengeschichte oder erst jetzt für Ihr Buch?
Nein, ich habe mich schon jahrzehntelang damit befasst, aber erst jetzt in dem Buch herausgegeben. Das ist für mich bedeutsam, dass ich unsere Geschichte bewahre.

Sind Sie der einzige aus Ihrer Familie, der sich damit befasst?
Ja, ich bin der erste, der die Familiengeschichte so zusammengeführt und aufgeschrieben hat.

Haben Sie da auch neue Dinge ausgegraben?
Ja, es kommen immer neue Erkenntnisse hinzu, auch Dinge, die man auf Auktionen erwerben kann. Denn der Familienbesitz ist ja nicht mehr vorhanden und somit auch nicht mehr die Gegenstände in den Schlössern oder Kirchen. Ich habe bei der Recherche auch einen neuen Zweig entdeckt, also dass von unserem Stammsitz an der Elbe im 15. Jahrhundert nicht alle in die Niederlausitz und nach Niederschlesien gegangen sind, sondern auch 300 Jahre an der Elbe in Pirna geblieben sind. Das wusste ich bis vor zwei Jahren noch nicht.

Interessant ist ja auch die Verbindung der Häuser Pückler und Promnitz, die Sie in Ihrem Buch beschreiben. . .
Ja, es soll sich ein Pückler mit einer Polyxena Promnitz vermählt haben und ein Promnitz mit einer Polyxena Pückler – und beides im 16. Jahrhundert. Das fand ich auch lustig.

Ist Ihnen Ihr Name eher Segen oder Fluch – werden Sie oft darauf angesprochen?
Das ist unterschiedlich. Die Verdienste der Familie sind vielen nicht geläufig – die riesenhafte Ausdehnung des Geschlechts oder die hohen Berufe wie Fürst, Bischof und Minister. Viele finden es dann interessant: Aha, die Familie gibt es schon seit 830 Jahren. Das Lustige ist, dass man den Strang so lange verfolgen kann. Und der deutsche Adel wurde ja 1918 eh abgeschafft.

Es gibt jährlich eine Von-Promnitz-Tour durch die ehemaligen promnitzschen Gebiete in Polen, ist in Ihrem Vorwort zu lesen – sind Sie da dabei?
Nein, das machen nur die nach Amerika ausgewanderten Promnitze. Das wusste ich bis vor Kurzem gar nicht, das hat mir übrigens der Forster Verwaltungsvorstand Sven Zuber erzählt.

Welche Erinnerungen haben Sie an das Orgel- und Kammermusikfestival 2014 in Forst?
Es war sehr schön – eine volle Kirche, interessiertes Publikum, alles toll organisiert. Danach war ich noch in Lubsko, wo es stehende Ovationen gab. Das kannte ich bisher nur aus Holland.

Was wird am Samstag in Forst von Ihnen zu hören sein?
Ich werde aus meinem Buch lesen und je nach Stimmung dazu auf dem Flügel spielen.

Mit Franns-Wilfrid von Promnitz sprach Steffi Ludwig

Zum Thema:
Franns-Wilfrid von Promnitz ist Dirigent, Organist, Pianist und Sänger. Er wurde in Dresden geboren und lebt in Leipzig. Er ging als jüngster Dirigent in die Geschichte der Staatsoper Dresden ein. Er gründete mehrere Ensemble. Als Stammvater der Familie gilt Herman I., der 1270 erstmals erwähnt wurde.Die Veranstaltung am 14. November beginnt um 16 Uhr im Forster Hof. Um Platzreservierung unter Telefon 03562 9876260 wird gebeten.

www.lr-online.de

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