Forster Stadtkanal: Restaurierung am Sarkophag in Brody kann beginnen

Beitrag zur Pressekonferenz in Brody am 26.01.2017
HERMANN REEMTSMA STIFTUNG, Hamburg finanziert den Wiederaufbau des bedeutenden Denkmals im Schlosspark Brody (Pförten)
Der Forster Wochenrückblick – Kalenderwoche 5/2017

Wir danken „Forst TV – Stadtfernsehen Forst“ für die freundliche Genehmigung zur Verwendung des Beitrages.

http://www.stadtkanal-forst.de

Nächste Etappe: Sanierung des Sarkophags kann beginnen!

HERMANN REEMTSMA STIFTUNG, Hamburg finanziert den Wiederaufbau des bedeutenden Denkmals im Schlosspark Brody (Pförten)


Unter Anwesenheit zahlreicher Pressevertreter aus Deutschland wurde dem Bürgermeister von Brody Ryszard Kowalczuk ein Förderbescheid zur Sanierung des Sarkophags übergeben. Die HERMANN REEMTSMA STIFTUNG finanziert die Wiedererrichtung des steinernen Sarkophags im Schlosspark von Brody (Pförten). „Wir möchten mit dieser Zusage die jahrelangen intensiven Bemühungen von polnischen und deutschen Stellen um dieses bedeutende europäische Kulturerbe würdigen“, erklärt Geschäftsführer Dr. Sebastian Giesen. Mit der Fördersumme von 67.000 € wird die Restaurierung dieser ersten großen Parkarchitektur des Gräflich Brühlschen Schlossparks ermöglicht. Der Parkleiter von Branitz, Claudius Wecke, übergab im Beisein des stellvertretenden Bürgermeisters der Stadt Forst (Lausitz), Jens Handreck, den Förderbescheid heute im Schloss Brody (Pförten) dem Bürgermeister und würdigte das Engagement der HERMANN REEMTSMA STIFTUNG. Claudius Wecke zeigte im Rahmen von Vergleichsaufnahmen die Erfolge der Parkseminare der letzten Jahre, die wesentlich durch ihn inhaltlich konzeptioniert wurden. Der Forster Verwaltungsvorstand, Sven Zuber, stellte die Geschichte des Sarkophags in den Kontext der historischen Entwicklung des Gesamtensembles, welches besonders durch den Grafen Heinrich von Brühl geprägt wurde. Der Dank des Bürgermeisters, Ryszard Kowalczuk, richtete sich an alle Mitstreiter der letzten Jahre , die sich um die Entwicklung von Park und Schloss in Brody verdient gemacht hatten. Die Gemeinde ist ebenfalls bemüht, dieses wichtige europäische Kulturerbe zu entwickeln. Unter den Gästen war auch der Forster Frank Henschel, dessen Beitrag „Der Sarkophag im Pförtener Schlosspark“ im Forster Jahrbuch für Geschichte und Heimatkunde 2015/16 des Museumsvereins eine wichtige Grundlage für die Dokumentation des polnischen Restaurators Tomasz Filar war.
Das unter Aloys Friedrich Graf von Brühl um 1780 errichtete Denkmal ist dem Reichsfreiherrn Karl Gotthelf von Hund und Altengrotkau sowie dem Oberhofjägermeister Christian Ludwig von Gablenz gewidmet. Weiterlesen „Nächste Etappe: Sanierung des Sarkophags kann beginnen!“

Grenzübergreifendes Kultur- und Tourismuszentrum in Brody/Pförten geplant

Unterzeichnung einer Absichtserklärung zwischen Forst (Lausitz) und Brody über die gemeinsame Realisierung von weiteren Projekten im Rahmen des Europäischen Parkverbunds Lausitz

Am Mittwoch, den 14.12.2016 unterzeichneten die Stadt Forst (Lausitz) und die polnische Gemeinde Brody eine Absichtserklärung über die in der nächsten Zeit von beiden Gemeinden geplanten gemeinsamen grenzüberschreitenden Projekte. Das Ziel der von Brody und Forst (Lausitz) geplanten Projekte liegt in einer behutsamen Weiterentwicklung des gemeinsamen Natur- und Kulturerbes, um dessen Erlebbarkeit für die Besucher noch attraktiver zu gestalten. Hierzu sollen die bereits bestehenden Anlagen erneuert werden, um  weitere touristische Potentiale zu aktivieren und die Besucher zu einem längeren Aufenthalt in der Region zu begeistern.

Im Schlosspark Brody soll:

  • durch die Sanierung eines ehemaligen Gemeindehauses (Turnhalle im historischen Ortskern) ein grenzübergreifendes Kultur- und Tourismuszentrum für Ausstellungen, kulturelle Events und Informationen über die Geschichte der Region und der Parks des Europäischen Parkverbundes Lausitz entstehen.

20161214_letter-of-intent_06Die Sanierungskosten für das grenzübergreifende Kultur- und Tourismuszentrum in Brody werden auf 735.000 Euro geschätzt. Beabsichtigt ist eine 85%-Förderung durch das europäische Förderprogramm Interreg der Euroregion Spree-Neiße-Bober. Die Arbeiten sollen 2020 abgeschlossen sein.

Im Ostdeutschen Rosengarten Forst (Lausitz) sollen:

  • das Areal an der Schubertlinde als Erholungspunkt neu gestaltet,
  • der Aufenthaltspunkt am Edelrosenbeet teilweise erneuert,
  • ein Überwinterungshaus zum Schutz frostempfindlicher Gehölze des Rosengartens errichtet und
  • ein Ersatzneubau für den in die Jahre gekommenen Servicepoint errichtet werden.

Die geplanten Maßnahmen bauen auf dem auf, was in der Vergangenheit in den Parks und im Umfeld, insbesondere im Bereich der Infrastruktur, realisiert worden ist. Dadurch soll erreicht werden, dass die Erlebbarkeit des Natur- und Kulturerbes in der Region zu einer Erhöhung der Besucherzahlen in den Parks in Forst (Lausitz) und Brody führt. In einem besonderen Einklang von Kultur und Natur sollen beide Parks an die Bedürfnisse der Besucher des 21. Jahrhunderts nachhaltig angepasst werden, um ein einzigartiges grenzüberschreitendes touristisches Angebot präsentieren zu können.

Der Ostdeutsche Rosengarten Forst (Lausitz) und der Schlosspark Brody sind jeweils ein Bestandteil des Europäischen Parkverbundes Lausitz, der schon seit vielen Jahren von der Europäischen Union im Rahmen des Programmes Interreg mit EFRE-Mitteln gefördert wird. Zu dem Europäischen Parkverbund zählen neben den Parks in Forst (Lausitz) und Brody auch die Parks in Bad Muskau/Leknica und der Branitzer Park in Cottbus.

Quelle: Stadt Forst (Lausitz)

Untersuchungsarbeiten am Sarkophag gestartet

Foto: Anna Dziadek
Foto: Anna Dziadek

Am 13. Oktober 2016 haben die Untersuchungsarbeiten am Sarkophag im Schlosspark Brody begonnen. Der beauftragte Restaurator Tomasz Filar begutachtet dabei die verbliebene Originalsubstanz, bewertet den Zustand, ermittelt fehlende Stücke und erstellt abschließend ein Konzept für eine anschließende Wiederherstellung. Die Voruntersuchungen werden durch eine finanzielle Zuwendung der Hermann-Reemtsma-Stiftung aus Hamburg ermöglicht.

201611_sak_2
Foto: Anna Dziadek
201611_sak_1
Foto: Anna Dziadek

Arbeitsgruppe Schlosspark Pförten / Brody durch Polens Minister für Kultur und Nationales Erbe ausgezeichnet

Ehrung der Arbeitsgruppe Schlosspark Pförten / Brody durch das polnische Ministerium für Kultur und Nationales Erbe v.l.n.r.: Ryszard Kowalczuk (Bürgermeister Brody), Claudius Wecke (Parkleiter Branitz), Elżbieta Anna Polak (Marschallin der Wojewodschaft Lubuskie), Sven Zuber (Verwaltungsvorstand Stadt Forst (Lausitz)), Helena Miklaszewska (Gemeidneverwaltung Brody), Rudolf Schröder (Dresden), Dr. Barbara Bielinis-Kopeć (Wojewodschaftskonservatorin von Lubuskie) und Robert Paluch (stellvertretender Wojewode)
Ehrung der Arbeitsgruppe Schlosspark Pförten / Brody durch das polnische Ministerium für Kultur und Nationales Erbe
v.l.n.r.: Ryszard Kowalczuk (Bürgermeister Brody), Claudius Wecke (Parkleiter Branitz), Elżbieta Anna Polak (Marschallin der Wojewodschaft Lubuskie), Sven Zuber (Verwaltungsvorstand Stadt Forst (Lausitz)), Helena Miklaszewska (Gemeidneverwaltung Brody), Rudolf Schröder (Dresden), Dr. Barbara Bielinis-Kopeć (Wojewodschaftskonservatorin von Lubuskie) und Robert Paluch (stellvertretender Wojewode) Foto: Anna Dziadek

Anlässlich der Feierlichkeiten der Wojewodschaft Lubskie zum Europäischen Tag des Denkmals am 13.09.2016 wurden die Mitglieder der Arbeitsgruppe Schlosspark Pförten / Brody im Schloss Zabor (Saabor/Fürsteneich) mit einer hohen polnischen Auszeichnung zur Pflege der Denkmäler geehrt. Der Minister Piotr Gliński würdigte damit das Engagement um die Sanierung des Schlossparkes in Pförten / Brody, der besonders unter dem kurfürstlich-sächsischen und königlich-polnischen Premierminister Heinrich Graf von Brühl im 18. Jahrhundert große Bedeutung erlangte. Besonders die deutsch-polnischen Parkseminare sicherten die Zukunft  der Anlage. Seit 2009 wurden sie bereits fünfmal durchgeführt und legten die Grundlagen für das Aufblühen des Parks in alter Schönheit. Sichtachsen wurden freigelegt, alte Wegebeziehungen wiederhergestellt, Bäume gepflegt und neu gepflanzt und eine Brücke gebaut. Heute ist der Schlosspark ein beliebter Anziehungspunkt.

Möglich wurde das aber nur durch das gemeinsame Handeln einer Arbeitsgruppe, die sich die Sanierung des Schlossparkes zum Ziel gesetzt hat. Zu ihnen zählt der 1933 in Dresden geborene Diplom-Gartenbauingenieur Rudolf Schröder. Er war Technischer Leiter des Botanischen Gartens der TU Dresden und ist der Nestor und Initiator der Parkseminare in Sachsen. Ebenfalls sehr engagiert sind Claudius Wecke, der Parkleiter des Fürst-Pückler-Parks in Branitz, sowie der Bürgermeister von Brody, Ryszard Kowalczuk, Helena Miklaszewska von der dortigen Gemeindeverwaltung und Sven Zuber, Verwaltungsvorstand in der Stadt Forst (Lausitz). Sie alle erhielten die Auszeichnung aus den Händen der Marschallin der Wojewodschaft Lubuskie,  Elżbieta Anna Polak, dem stellvertretenden Wojewoden, Robert Paluch, und von Dr. Barbara Bielinis-Kopeć, der Wojewodschaftskonservatorin von Lubuskie.

Claudius Wecke und Sven Zuber, die gemeinsam auch zur Geschichte des Schlosses und des Parks in Pförten publiziert haben, sehen in der Auszeichnung ebenfalls eine Anerkennung der vielen Engagierten der Region und anderen Teilen Polens und Deutschlands, die ehrenamtlich bei den Parkseminaren erfolgreich mitwirkten. Für die Zukunft wünschen sie sich eine erfolgreiche Vorbereitung und Durchführung eines 6. Parkseminares Ende 2017, den erfolgreichen Abschluss der geplanten Restaurierung des Sarkophags im Schlosspark und eine hoffnungsvollere Perspektive für die leider sehr verfallene Orangerie. Ihr Dank gilt auch der Euroregion Spree-Neiße-Bober / Sprewa-Nysa-Bóbr, die mit europäischen Fördermitteln bisher eine Parksanierung ermöglichte.

Historische Aufnahmen vom Sarkophag

Pförten, Sarkophag um 1920, Sammlung Stefan Buss
Pförten, Sarkophag um 1920, Sammlung Stefan Buss
Pförten, Sarkophag um 1880, Sammlung Stefan Buss
Pförten, Sarkophag um 1880, Sammlung Stefan Buss

Diese Aufnahmen vom Sarkophag um 1880 und 1920 wurden von Stefan Buss aus Forst (Lausitz) zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank!

Für die Restaurierung des Sarkophags sind historische Aufnahmen sehr wichtig. Daher bitten die Partner des Europäischen Parkverbundes Lausitz um zur Verfügungsstellung von Bildmaterial oder Zeichnungen. Wer dies unterstützen möchte, kann sich an die Stadt Forst (Lausitz), Herrn Zuber (E-Mail: s.zuber@forst-lausitz.de oder Telefon: 03562 989-110) wenden.

Auftakt für die Sarkophag-Restaurierung im Schlosspark Brody (Pförten)

Wichtiger Tag für den Europäischen Parkverbund Lausitz

Bereits in einer Reisebeschreibung von 1789 ist der steinerne Sarkophag an der Langen Allee im Schlosspark Pförten/Brody erwähnt, den Alois Graf von Brühl (1739-1793) errichten ließ. Das Denkmal war dem Oberjägermeister von Gablenz und dem Reichsfreiherrn Karl Gotthelf von Hund und Altengrotkau (1722 – 1776) gewidmet. Der Sarkophag stand ursprünglich auf vier Steinkugeln und war von zwei Obelisken flankiert. Die Spitze des einen Obelisken war bereits vor dem Zweiten Weltkrieg abgebrochen. Als Material wurde Sandstein verwendet. Eine Inschrift im Sarkophag besagte: „Piis manibus amicorum“ (Durch die treuen Hände der Freunde). Eine rahmende Bepflanzung aus Farnen und Koniferen umspielte den Steinsarg malerisch. „Die Gestaltung am Sarkophag bildete den Auftakt für spätere umfassende landschaftliche Umgestaltungen im Schlosspark Brody ab 1807“, so Claudius Wecke, Parkleiter in Branitz und Kenner des Pförtener Schlossparkes.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Sarkophag zerschlagen. Man hatte vermutlich einen wertvollen Inhalt erwartet. Als von Moosen geschützter Steinhaufen existieren die einzelnen Teile heute an gleicher Stelle im Park. Die Obelisken liegen umgekippt neben dem Sarkophag und sind nahezu unbeschadet.

Am Dienstag, den 28.06.2016 starteten nun die Arbeiten für die Vorbereitung zur Restaurierung des Sarkophags. Möglich ist dies durch die dankenswerte finanzielle Unterstützung der Hermann Reemtsma Stiftung aus Hamburg. Deren Geschäftsführer Dr. Sebastian Giesen traf sich aus diesem Grund anlässlich des Beginns der Untersuchungen mit Verantwortlichen des Parkverbundes im Schlosspark Brody, darunter dem Bürgermeister der Gemeinde Ryszard Kowalczuk, Claudius Wecke für Cottbus-Branitz und Sven Zuber für Forst (Lausitz). Das Treffen wurde begleitet von Dr. Barbara Bielinis-Kopeć, der Landeskonservatorin des Denkmalamtes der Wojewodschaft Lubuskie. Tomasz Filar, einer der bekanntesten Restauratoren in Westpolen erläuterte die nächsten Schritte der weiteren Arbeiten. Nach einer Inventarisierung der noch vorhandenen Teile und deren wissenschaftlicher Untersuchung wird ein umfangreiches Konzept zum Wiederaufbau aufgestellt. Dieses soll dann mit der Denkmalschutzbehörde bis spätestens November 2016 abgestimmt werden. Nicht ausgeschlossen ist, dass die komplette Restaurierung bis Ende 2017 abgeschlossen werden könnte.

Für die Hermann Reemtsma Stiftung ist es sehr wichtig, dass sich vor Ort Menschen erfolgreich engagieren und die geförderten Projekte Impulse für die weitere Entwicklung geben können, so Dr. Giesen, der Brody bereits zum dritten Mal besucht hat und sich sehr begeistert über die bisherige Entwicklung äußerte.

Für die Restaurierung des Sarkophags sind historische Aufnahmen sehr wichtig. Daher bitten die Partner des Europäischen Parkverbundes Lausitz um zur Verfügungsstellung von Bildmaterial oder Zeichnungen. Wer dies unterstützen möchte, kann sich an die Stadt Forst (Lausitz), Herrn Zuber (E-Mail: s.zuber@forst-lausitz.de oder Telefon: 03562 989-110) wenden.