»Aus historischen Ästen wachsen Bäume der Zusammenarbeit«

Forster Wochenblatt vom 3. Februar 2017
»Aus historischen Ästen wachsen Bäume der Zusammenarbeit«
Bedeutendes Denkmal im Schlosspark wird wieder errichtet

Von Lena Paul

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Ein verspätetes Weihnachtsgeschenk für Brody gab es am Donnerstag vergangener Woche. Passend zu den guten Nachrichten schien die Sonne über der Gemeinde, als zur Mittagszeit im Schloss ein erfreuliches deutsch-polnisches Zusammentreffen stattfand. Neben dem Bürgermeister von Brody, Ryszard Kowalczuk, dem stellvertretenden Bürgermeister von Forst, Jens Handreck, dem Parkleiter des Branitzer Parks, Claudius Wecke, und Sven Zuber, Verwaltungsvorstand für Service, Bildung und Personal, hatten sich auch Helena Miklaszewska von der Gemeindeverwaltung Brody und Frank Henschel, Historiker aus Forst, in dem altehrwürdigen Gebäude eingefunden. Anlass war die Übergabe eines Zuwendungbescheides der Hermann-Reemtsma-Stiftung zur Wiedererrichtung des Sarkophag-Denkmals im Schlosspark Brody und die Unterschrift zu einem dazugehörigen Finanzierungsabkommen. Das bedeutende Sarkophag-Denkmal im Schlosspark Brody (Pförten) wurde unter Aloys Friedrich Graf von Brühl 1780 errichtet und ist dem Reichsfreiherrn Karl Gotthelf von Hund und Altengrotkau sowie dem Oberhofjägermeister Christian Ludwig von Gablenz gewidmet…

Vollständiger Artikel hier als pdf-Download [Link]

Wir danken dem Forster Wochenblatt für die Genehmigung zur Veröffentlichung.

Schloss Pförten (Brody) nach der Sanierung 1924

Das Buch „Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg“, Band V6, Kreis Sorau und Stadt Forst, herausgegeben 1939 im Berliner Kunstverlag durch den Brandenburgischen Provinzialverband unter der Schriftleitung von Heinrich Jerschel veröffentlichte wichtige Fotoaufnahmen des Schlosses Pförten nach der Sanierung. Diese war 1924 abgeschlossen und erstmals wurden die Restaurierungsergebnisse in einer wichtigen überregionalen Weise veröffentlicht. Das Gesamtwerk gilt bis heute als eines der wichtigen Grundlagenwerke für die deutsche und polnische Forschung und Dokumentation der Historie der Orte im ehemaligen Kreis Sorau und der Stadt Forst (Lausitz).  Die Bilder von Pförten wurden u.a. von der damaligen Landesbildstelle Sachsen und der Hansa Luftbild Bonn freigegeben.

Bestandsverweise der „Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg“ (seit 1907) bei der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz im Internet unter:

www.opac.regesta-imperii.de

Architektur und Kunst in der Brühl-Ära

978-3-7995-8416-6-1Scheinbar waren die Gedenkfeierlichkeiten zum 250. Todestag von Heinrich Graf von Brühl im Jahr 2013 auch ein Startschuss für eine neue und breit angelegte „Brühl-Forschung“. Erinnert sei hier an die im Frühjahr 2014 veranstaltete  „Internationale Konferenz zum 250. Todestag von Heinrich Graf von Brühl (1700–1763)“ in Dresden und Rom.
Nun ist 2014 auch ein facettenreiches Werk erschienen, dass sich mit der  „Architektur und Kunst in der Ära des Minister Heinrich Graf von Brühl“ ausführlich beschäftigt.
Fünfzehn Historiker und Musikwissenschaftler präsentieren einen neuen Forschungstand zu Brühls Schlössern und Residenzen und dem künstlerischen Umfeld mit seinen Architekten, Malern, Bildhauern, Musikern u.a..
Auch die Standesherrschaft Forst-Pförten nimmt in dem Buch einen bedeutenden Platz ein. Zu empfehlen ist der Beitrag von Prof. Dr. Tomaz Torbus – „Pförten (Brody) in der Niederlausitz – ein Schloss für den König und eine Idealstadt des Grafen Brühl.
Einer der insgesamt stärksten Beiträge stammt vom Forster Stadtarchivar Dr. Jan Klußmann. Auf rund 30 Seiten widmet er sich der  „Katastrophenbewältigung und Modernisierung“ der Mediatstadt Forst nach dem Stadtbrand 1748 unter Brühl und Heinicken. Diese Ausführungen dürften für den betreffenden Geschichtsabschnitt von Forst zum Standartwerk avancieren.
Für die Freunde des Schlosses Pförten wird der Beitrag von Dr. Sabine Wilde über den Bildhauer Gottfried Knöffler von besonderem Interesse sein.
Sie stellt detailliert u.a. die vier Atlanten an der Schlosstreppe zum Ehrenhof und die nun kopflosen Sandsteinfiguren Bellona/Fortitudo und Caritas/Venus an der Schlosshofeinfahrt in Knöfflers Werkzusammenhang.
Das großformatige und reich bebilderte Buch mit 308 Seiten kostet 49 Euro.

Frank Henschel

 

Tomasz Torbus (Hg.)
Architektur und Kunst in der Ära des sächsischen Ministers Heinrich Graf von Brühl (1738-1763)
Bearbeitet von Markus Hörsch
Reihe: Studia Jagellonica Lipsiensia, Band 16
Herausgegeben im Auftrag des GWZO an der Universität Leipzig von Jirí Fajt, Markus Hörsch und Evelin Wetter

1. Auflage 2014, Format 21 x 27 cm, 308 Seiten mit ca. 200 Abbildungen, davon 180 in sw, Hardcover
ISBN: 978-3-7995-8416-6

Link zum Verlag


Das Buch bei Amazon:

Architektur und Kunst in der Ära des sächsischen Ministers Heinrich Graf von Brühl (1738-1763) (Studia Jagellonica Lipsiensia)

Aktuelle Dresdener Kunstblätter widmen sich Heinrich von Brühl

Dresdner Kunstblätter_2-2014_BrühlDie „Dresdener Kunstblätter“ bieten ihren Lesern seit über fünfzig Jahren kompakte, kurzweilige und fundierte Texte quer durch die mannigfaltigen Sammlungs- und Wirkungsbereiche der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, nehmen sie mit auf Forschungs- und Entdeckungsreisen. Ebenso lebendig und lesefreundlich wie wissenschaftlich qualifiziert geschrieben, führen die Beiträge zu einem jeweils neuen Thema das breite Spektrum der Museen vor Augen, in Forschung, Restaurierung und Ausstellungen. Seit 2013 erscheint die Zeitschrift in neuer, frischer und großzügiger Gestaltung – viermal im Jahr, viermal mit spannenden Themen – aktuelle Einblicke inklusive.

Das Heft 2/2014 nimmt den sächsischen Premierminister Heinrich Graf von Brühl, den mächtigsten Mann unter König August dem Starken, in den Fokus.

Aus dem Inhalt:

  • Martin Schuster: Heinrich Graf von Brühl (1700–1763). Biografische Notizen und Bildnisse
  • Ute Christina Koch: Der verlorene Diamant. Die Gemälde des Grafen Brühl in Dresden
  • Jutta Kappel: »An aus Elffenbein gemachten Stücken«. Zwei Werke von Melchior Barthel aus der Sammlung des Grafen Heinrich von Brühl
  • Gernot Klatte: 21 Gewehre und 2 Porträts. Heinrich Graf von Brühl und die Dresdener Rüstkammer
  • Christiane Ernek, Michele Cristale, Frank Dornacher: Neueste Forschungsergebnisse zu zwei Uhren aus der Sammlung des Grafen Brühl
  • Corina Sallani-Geißdorf: »… vor Ihro Excellenz den Herrn Graffen von Brühl«. Das Schwanenservice

Dresdener Kunstblätter
Band 2/2014 – Heinrich von Brühl

Herausgeber: Staatliche Kunstsammlungen Dresden
88 Seiten, 62 meist farbige Abb.
21 x 15 cm, Klappenbroschur
Erschienen 12.03.2014
ISBN 978-3-95498-099-4
5,00 EUR

Quelle: www.verlag.sandstein.de

Buchtipp: Grenzwertig – Wolfgang Richter

Buch GrenzwertigDie Nymphe, die sich zweimal bestatten ließ

Das weltweit einzigartige Schwanenservice, einst Glanzpunkt des Adelsgeschlechts von Brühl auf Schloss Pförten (im heutigen Brody in Polen), bildet den Rahmen für eine Familiengeschichte in schwerer Nachkriegs- und demütigender Nachwendezeit.
Eine kostbare Figur des verschollenen Services war 1945 legal in den Besitz der Familie gelangt. Doch um sie auch zu behalten, mussten Grundsätze, Gesetze und Grenzen überwunden werden. Wie der Konflikt zwischen Habgier und Vernunft gelöst wurde, welche abenteuerlichen Umstände dabei eine Rolle spielten – all das schildert der Autor humorvoll, spannend, mit viel Fantasie, Detailtreue und aktuellen Bezügen. Und ein bisschen makaber ist es auch – grenzwertig eben. Weiterlesen „Buchtipp: Grenzwertig – Wolfgang Richter“

Fachbroschüre „Das Parkseminar“ 2013

Broschüre Parkseminar 2013Der Landesverein Sächsischer Heimatschutz e.V. und der Europäische Parkverbund Lausitz geben in Kürze die Fachbroschüre „Das Parkseminar“ von Rudolf Schröder und Claudius Wecke heraus. Auf über 80 Seiten werden erstmals die mehr als fünfzigjährige geschichtliche Entwicklung der Parkseminare sowie deren Aufbau, Durchführung und Dokumentation am Beispiel der Parkseminare im Schlosspark Brody aus den Jahren 2009 bis 2012 dargestellt. Die Fachbroschüre befindet sich gerade im Druck und wird in den nächsten Wochen erscheinen. Sie wird im Schriftentausch angeboten und ist leider nicht im freien Verkauf erhältlich. Große Bibliotheken werden sie aber in ihren Beständen führen.
Autor: Claudius Wecke

Monografie zu Schloss und Park in Brody (Pförten) erschienen

Aktuelle Veröffentlichung über das gemeinsame Kulturerbe des Schlosses der Grafen von Brühl in deutscher und polnischer Sprache

Der „Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark“ in der Deutschen Gesellschaft e.V. hat in deutsch-polnischer Kooperation eine Publikation zur historischen Schlossanlage im ehemaligen Pförten, heute Brody, herausgegeben. Rechtzeitig zum 250. Todestag von Heinrich Graf von Brühl im Jahr 2013 schließt das zweisprachige Werk eine Lücke in der Literatur. Die Standesherrschaft Forst-Pförten besaß unter dem sächsischen Premierminister eine wichtige Funktion zwischen den Unionsländern Polen und Kursachsen und war Reisestation des Königs und Kurfürsten. Die unter Brühl prächtig gestaltete und wesentlich erweitere Schlossanlage fiel aber schon 1758 den Schikanen des preußischen Königs Friedrich II zum Opfer. Mehrfach wieder hergestellt und umgestaltet entfaltet der Ort bis heute eine bemerkenswerte Anziehungskraft. Im Jahr 1945 wurde das Hauptschloss durch einen Brand erneut zerstört, aber durch Engagement der polnischen Denkmalpflege und des jetzigen Eigentümers ist das Gebäude für die Zukunft gesichert. Die Publikation beinhaltet historische und aktuelle Fotoaufnahmen sowie Pläne, u.a. von 1714/1715.

Übergabe der neuen Publikation an die Vertreterinnen der Gemeinde Brody, Helena Miklaszewska (3.v.l.), und des Schlosseigentümers, Elżbieta Jaszewska (2.v.l.), durch die Autoren Claudius Wecke (r.) und Sven Zuber (l.) im Februar 2012

Erstmals zusammenfassend haben die Autoren Dipl.-Ing. Claudius Wecke (Parkleiter Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz) und Sven Zuber, M.A. (Verwaltungsvorstand für Service, Bildung und Personal bei der Stadt Forst (Lausitz)) die Entwicklung der Schloss- und Parkanlage seit dem Mittelalter bis zum heutigen Tag ausführlich in einer eigenständigen Veröffentlichung dargestellt. Damit erhält der interessierte Leser detaillierte Informationen zu den unterschiedlichen Phasen des Schlossbaus und der Parkentwicklung sowie den Besitzverhältnissen aber auch zum Fasanengarten und Jagdstern. Beide Autoren engagieren sich seit vielen Jahren für die Erhaltung und Weiterentwicklung der Anlage, die heute auch zum Europäischen Parkverbund Lausitz „Von Graf Brühl bis Fürst Pückler“ gehört.

Den Herausgebern und Autoren ist es ein Anliegen, mit dieser Publikation die Kenntnisse über das gemeinsame Kulturerbe zu vertiefen und vor allem die Verständigung im deutsch-polnischen Dialog zu fördern.
Gedruckt wurde das Werk mit freundlicher Unterstützung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg und der Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit in Warschau.

Erhältlich ist die Publikation gegen eine Schutzgebühr von 6,- € u.a. in Forst (Lausitz) in der Buchhandlung Gutenberghaus, in der Buchhandlung Berger, in der Touristinformation und im Bürgeramt des Rathauses.

Bestellen kann man sie aber auch direkt beim Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark in der Deutschen Gesellschaft e. V. unter:

  • Tel. (030) 88 412 266
  • Fax (030) 88 412 223
  • E-Mail: freundeskreis@deutsche-gesellschaft-ev.de