Schloss Pförten (Brody) nach der Sanierung 1924

Das Buch „Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg“, Band V6, Kreis Sorau und Stadt Forst, herausgegeben 1939 im Berliner Kunstverlag durch den Brandenburgischen Provinzialverband unter der Schriftleitung von Heinrich Jerschel veröffentlichte wichtige Fotoaufnahmen des Schlosses Pförten nach der Sanierung. Diese war 1924 abgeschlossen und erstmals wurden die Restaurierungsergebnisse in einer wichtigen überregionalen Weise veröffentlicht. Das Gesamtwerk gilt bis heute als eines der wichtigen Grundlagenwerke für die deutsche und polnische Forschung und Dokumentation der Historie der Orte im ehemaligen Kreis Sorau und der Stadt Forst (Lausitz).  Die Bilder von Pförten wurden u.a. von der damaligen Landesbildstelle Sachsen und der Hansa Luftbild Bonn freigegeben.

Bestandsverweise der „Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg“ (seit 1907) bei der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz im Internet unter:

www.opac.regesta-imperii.de

Untersuchung zur möglichen Sarkophag-Restaurierung abgeschlossen

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Der Restaurator Tomasz Filar hat Ende 2016 die Untersuchung am Sarkophag im Schlosspark Pförten (Brody) abgeschlossen. Nunmehr liegt seine umfangreiche Dokumentation der Arbeiten vor, die auch von Archäologen begleitet wurden. Alle noch vorhandenen Bestandteile sind gesichert und bewertet. Grundsätzlich wird die Wiederherstellung der beiden Obelisken und des Sarkophags trotz der großen Beschädigungen für möglich gehalten. Interessant sind auch die festgestellten Spuren einer Wasserkaskade, die auf der westlichen Seite des Monuments platziert war. Offenbleiben muss gegenwärtig aber noch, ob dort jemals Wasser geflossen ist. Die Untersuchungen sind möglich gewesen durch das finanzielle Engagement der Hermann-Reemtsma-Stiftung aus Hamburg und die Engagierten im Europäischen Parkverbund Lausitz. Damit sind die Grundlagen für einen eventuellen Wiederaufbau gelegt. Ob jedoch die Wiederherstellung dieses besonderen Kunstwerkes der Gartenarchitektur des 18. Jahrhunderts gelingt, ist nicht zuletzt abhängig von einer Gesamtfinanzierung. Dazu wird es in nächster Zeit weitere Informationen geben.

Ausstellungsankündigung: Pförten und die Tierwelt des Grafen Brühl

26. März bis 14. Mai 2017
Dorfmuseum Sacro, Dorfstraße 4, 03149 Forst (Lausitz)

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Altes Karten- und Bildmaterial erinnert noch einmal an das Geschlecht Brühl in Pförten (Brody). Das große Dreieck zwischen Forst, Sommerfeld und Teuplitz war Hauptbestandteil der Gräflich Brühlschen Forst. Im Sau- und Tiergarten waren Rehe und Hirsche sowie seltene Pflanzen und Schmetterlinge heimisch.

Öffnungszeiten 26.03. bis 14.05.2017: jeweils am Sonntag zwischen 14 und 17 Uhr
oder nach Vereinbarung unter 03562 662053

Die Eröffnung der Sonderausstellung am 26. März 2017 um 15 Uhr im Dorfmuseum Sacro wird umrahmt von den Jagdhornbläsern und den Männergesangvereinen Sacro/Bademeusel. Für das leibliche Wohl wird ein Wildgulasch angeboten.

Neue Chancen für Pförten / Brody 2017

Für Pförten / Brody könnten sich 2017 neue Chancen für die Entwicklung ergeben. Ambitionierte Projekte weisen in eine positive Richtung. Ausbau der Infrastruktur, die Pläne für die Sanierung der ehemaligen Turnhalle für ein grenzübergreifendes Kultur- und Tourismuszentrum und vielleicht weitere Schritte zur Restaurierung des Sarkophags im Schlosspark können hoffentlich im kommenden Jahr schon erste Schritte zur Realisierung verzeichnen. Auch ein weiteres Parkseminar ist in Vorbereitung, aber der Termin steht derzeit noch nicht fest. Traurig bleibt aber weiterhin der Zerfall der sich in Privatbesitz befindlichen historischen Orangerie. Aber wir sind natürlich voller Optimismus. Vielleicht ist eine Tages dieses einzigartige Bauwerk mit einer Verbindung aus Theatergebäude und Orangerie doch wieder zu retten. Sie werden es hier lesen…
Ich wünsche Ihnen ein gesundes neues Jahr 2017.
Herzliche Grüße

Sven Zuber

Parkimpressionen November 2016

 

Grenzübergreifendes Kultur- und Tourismuszentrum in Brody/Pförten geplant

Unterzeichnung einer Absichtserklärung zwischen Forst (Lausitz) und Brody über die gemeinsame Realisierung von weiteren Projekten im Rahmen des Europäischen Parkverbunds Lausitz

Am Mittwoch, den 14.12.2016 unterzeichneten die Stadt Forst (Lausitz) und die polnische Gemeinde Brody eine Absichtserklärung über die in der nächsten Zeit von beiden Gemeinden geplanten gemeinsamen grenzüberschreitenden Projekte. Das Ziel der von Brody und Forst (Lausitz) geplanten Projekte liegt in einer behutsamen Weiterentwicklung des gemeinsamen Natur- und Kulturerbes, um dessen Erlebbarkeit für die Besucher noch attraktiver zu gestalten. Hierzu sollen die bereits bestehenden Anlagen erneuert werden, um  weitere touristische Potentiale zu aktivieren und die Besucher zu einem längeren Aufenthalt in der Region zu begeistern.

Im Schlosspark Brody soll:

  • durch die Sanierung eines ehemaligen Gemeindehauses (Turnhalle im historischen Ortskern) ein grenzübergreifendes Kultur- und Tourismuszentrum für Ausstellungen, kulturelle Events und Informationen über die Geschichte der Region und der Parks des Europäischen Parkverbundes Lausitz entstehen.

20161214_letter-of-intent_06Die Sanierungskosten für das grenzübergreifende Kultur- und Tourismuszentrum in Brody werden auf 735.000 Euro geschätzt. Beabsichtigt ist eine 85%-Förderung durch das europäische Förderprogramm Interreg der Euroregion Spree-Neiße-Bober. Die Arbeiten sollen 2020 abgeschlossen sein.

Im Ostdeutschen Rosengarten Forst (Lausitz) sollen:

  • das Areal an der Schubertlinde als Erholungspunkt neu gestaltet,
  • der Aufenthaltspunkt am Edelrosenbeet teilweise erneuert,
  • ein Überwinterungshaus zum Schutz frostempfindlicher Gehölze des Rosengartens errichtet und
  • ein Ersatzneubau für den in die Jahre gekommenen Servicepoint errichtet werden.

Die geplanten Maßnahmen bauen auf dem auf, was in der Vergangenheit in den Parks und im Umfeld, insbesondere im Bereich der Infrastruktur, realisiert worden ist. Dadurch soll erreicht werden, dass die Erlebbarkeit des Natur- und Kulturerbes in der Region zu einer Erhöhung der Besucherzahlen in den Parks in Forst (Lausitz) und Brody führt. In einem besonderen Einklang von Kultur und Natur sollen beide Parks an die Bedürfnisse der Besucher des 21. Jahrhunderts nachhaltig angepasst werden, um ein einzigartiges grenzüberschreitendes touristisches Angebot präsentieren zu können.

Der Ostdeutsche Rosengarten Forst (Lausitz) und der Schlosspark Brody sind jeweils ein Bestandteil des Europäischen Parkverbundes Lausitz, der schon seit vielen Jahren von der Europäischen Union im Rahmen des Programmes Interreg mit EFRE-Mitteln gefördert wird. Zu dem Europäischen Parkverbund zählen neben den Parks in Forst (Lausitz) und Brody auch die Parks in Bad Muskau/Leknica und der Branitzer Park in Cottbus.

Quelle: Stadt Forst (Lausitz)

Untersuchungsarbeiten am Sarkophag gestartet

Foto: Anna Dziadek
Foto: Anna Dziadek

Am 13. Oktober 2016 haben die Untersuchungsarbeiten am Sarkophag im Schlosspark Brody begonnen. Der beauftragte Restaurator Tomasz Filar begutachtet dabei die verbliebene Originalsubstanz, bewertet den Zustand, ermittelt fehlende Stücke und erstellt abschließend ein Konzept für eine anschließende Wiederherstellung. Die Voruntersuchungen werden durch eine finanzielle Zuwendung der Hermann-Reemtsma-Stiftung aus Hamburg ermöglicht.

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Foto: Anna Dziadek
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Foto: Anna Dziadek

Arbeitsgruppe Schlosspark Pförten / Brody durch Polens Minister für Kultur und Nationales Erbe ausgezeichnet

Ehrung der Arbeitsgruppe Schlosspark Pförten / Brody durch das polnische Ministerium für Kultur und Nationales Erbe v.l.n.r.: Ryszard Kowalczuk (Bürgermeister Brody), Claudius Wecke (Parkleiter Branitz), Elżbieta Anna Polak (Marschallin der Wojewodschaft Lubuskie), Sven Zuber (Verwaltungsvorstand Stadt Forst (Lausitz)), Helena Miklaszewska (Gemeidneverwaltung Brody), Rudolf Schröder (Dresden), Dr. Barbara Bielinis-Kopeć (Wojewodschaftskonservatorin von Lubuskie) und Robert Paluch (stellvertretender Wojewode)
Ehrung der Arbeitsgruppe Schlosspark Pförten / Brody durch das polnische Ministerium für Kultur und Nationales Erbe
v.l.n.r.: Ryszard Kowalczuk (Bürgermeister Brody), Claudius Wecke (Parkleiter Branitz), Elżbieta Anna Polak (Marschallin der Wojewodschaft Lubuskie), Sven Zuber (Verwaltungsvorstand Stadt Forst (Lausitz)), Helena Miklaszewska (Gemeidneverwaltung Brody), Rudolf Schröder (Dresden), Dr. Barbara Bielinis-Kopeć (Wojewodschaftskonservatorin von Lubuskie) und Robert Paluch (stellvertretender Wojewode) Foto: Anna Dziadek

Anlässlich der Feierlichkeiten der Wojewodschaft Lubskie zum Europäischen Tag des Denkmals am 13.09.2016 wurden die Mitglieder der Arbeitsgruppe Schlosspark Pförten / Brody im Schloss Zabor (Saabor/Fürsteneich) mit einer hohen polnischen Auszeichnung zur Pflege der Denkmäler geehrt. Der Minister Piotr Gliński würdigte damit das Engagement um die Sanierung des Schlossparkes in Pförten / Brody, der besonders unter dem kurfürstlich-sächsischen und königlich-polnischen Premierminister Heinrich Graf von Brühl im 18. Jahrhundert große Bedeutung erlangte. Besonders die deutsch-polnischen Parkseminare sicherten die Zukunft  der Anlage. Seit 2009 wurden sie bereits fünfmal durchgeführt und legten die Grundlagen für das Aufblühen des Parks in alter Schönheit. Sichtachsen wurden freigelegt, alte Wegebeziehungen wiederhergestellt, Bäume gepflegt und neu gepflanzt und eine Brücke gebaut. Heute ist der Schlosspark ein beliebter Anziehungspunkt.

Möglich wurde das aber nur durch das gemeinsame Handeln einer Arbeitsgruppe, die sich die Sanierung des Schlossparkes zum Ziel gesetzt hat. Zu ihnen zählt der 1933 in Dresden geborene Diplom-Gartenbauingenieur Rudolf Schröder. Er war Technischer Leiter des Botanischen Gartens der TU Dresden und ist der Nestor und Initiator der Parkseminare in Sachsen. Ebenfalls sehr engagiert sind Claudius Wecke, der Parkleiter des Fürst-Pückler-Parks in Branitz, sowie der Bürgermeister von Brody, Ryszard Kowalczuk, Helena Miklaszewska von der dortigen Gemeindeverwaltung und Sven Zuber, Verwaltungsvorstand in der Stadt Forst (Lausitz). Sie alle erhielten die Auszeichnung aus den Händen der Marschallin der Wojewodschaft Lubuskie,  Elżbieta Anna Polak, dem stellvertretenden Wojewoden, Robert Paluch, und von Dr. Barbara Bielinis-Kopeć, der Wojewodschaftskonservatorin von Lubuskie.

Claudius Wecke und Sven Zuber, die gemeinsam auch zur Geschichte des Schlosses und des Parks in Pförten publiziert haben, sehen in der Auszeichnung ebenfalls eine Anerkennung der vielen Engagierten der Region und anderen Teilen Polens und Deutschlands, die ehrenamtlich bei den Parkseminaren erfolgreich mitwirkten. Für die Zukunft wünschen sie sich eine erfolgreiche Vorbereitung und Durchführung eines 6. Parkseminares Ende 2017, den erfolgreichen Abschluss der geplanten Restaurierung des Sarkophags im Schlosspark und eine hoffnungsvollere Perspektive für die leider sehr verfallene Orangerie. Ihr Dank gilt auch der Euroregion Spree-Neiße-Bober / Sprewa-Nysa-Bóbr, die mit europäischen Fördermitteln bisher eine Parksanierung ermöglichte.